22. Februar 2015

Du brauchst kein Antivirenprogramm um sicher zu sein

Hast du dich schon einmal gefragt, welches wohl das beste Antivirenprogramm auf dem Markt ist?

Schließlich gibt es von verschiedenen Herstellern, verschiedene Programme und wenn das nicht schon genug wäre, auch noch in verschiedenen Varianten.

Doch gibt es das beste Antivirenprogramm?

Nein!

Alle Programme haben ihre Vor- und Nachteile. Je mehr Sicherheit man haben möchte, desto mehr muss man entsprechend bezahlen. Teilweise werden Features unter einem anderen Namen mehrfach verkauft. Dies suggeriert am Ende mehr Sicherheit.

Es sagt dem Kunden "Ich Schütze dich im Internet". Zwei Sätze weiter: "Ich Schütze dich bei Facebook". Na gut, Facebook ist nicht das Internet. Es ist ein Imperium, welches es mittlerweile auch offline gibt 😃

7 Fakten über Antivirenprogramme

Alle Antivirenprogramme haben haben folgendes Gemeinsamkeiten:

Antivirenprogramme...

  • ... verlangsamen subjektiv den PC. Kein Wunder, wenn so viel installiert wird und die ganze Zeit mehrere Prozesse im Hintergrund laufen, muss ja die Performance irgendwohin gehen.
  • ... kosten alle ungefähr gleich viel Geld in der Edition "Internet Security", die zusätzlich zum Virenscanner auch noch ein paar zusätzliche Schutzfunktionen mitbringen.
  • ... geben dir (nur) ein Gefühl von Sicherheit.
  • ... können Fehler beinhalten (da von Menschenhand geschrieben)
  • ... haben eine gleiche oder ähnliche Codebasis, aufgrund dessen, sie auch alle ähnlich funktionieren.
  • ... mögen sich einander nicht. Wenn du mehrere Antivirenprogramme gleichzeitig installierst, kann es sogar passieren, das die das jeweils andere Antivirenprogramm als Virus identifizieren.
  • ... installieren sich sehr tief ins System. Teilweise bieten die Hersteller sogar eigenständige Deinstallationsprogramme an, weil die sonst nicht restlos beseitigt werden können.

11+ Schutzfunktionen, die dir Schutz versprechen

Sagen wir mal so, alles, aber auch wirklich alles, was ein AV Programm bietet, kann man auch anders und sogar sicherer lösen.

Guter Schutz vor Schädlingen

Fangen wir mit dem wichtigsten Thema an.

Wenn ich mir etwas eingefangen habe, setze ich meine Virtuelle Maschine zurück und habe ein sauberes System. Geht sogar schneller als ein kompletter Scan mit inkl. Bereinigung. Ganz salop gesagt: mich interessiert es nicht, ob ich mir ein Virus eingefangen habe oder nicht. Meine Daten sind vor dem Virus sicher und der Virus wird am Ende des Tages einfach vernichtet.

Ganz witzig fand ich dazu die Beschreibung von Avast dazu: "Erkennt bisher nicht bekannte Bedrohungen". Woher weiß den Avast, dass es sich um eine Bedrohung handelt wenn diese noch nicht bekannt ist?

  1. Schutz beim Online-Banking oder Der sichere Browser

    Klingt erst einmal verlockend. Wie sicher soll der Browser sein? Keine Ahnung! Die Hersteller schweigen sich dazu aus.

    Eine Virtuelle Maschine, eigens fürs Online-Banking, erfüllt den Zweck genauso gut. Der Prozess wird von dem Host abgekapselt und in einer Sandbox ausgeführt. Durch das Verbot von allen anderen Internetseiten, kann keine gefährliche Schadsoftware mit ausgeführt werden und die Überweisung ist sicher.

    Die Vorzüge von virtuellen Maschinen und wie man diese einsetzen könnte beschreibe ich in meinem Artikel über sichere Computer.

  2. Kennzeichnung gefährlicher Seiten im Internet aka. Sicheres Surfen

    Seiten als potenziell gefährlich markieren. Aha, es gibt aber kein Verbot diese Seite nicht trotzdem zu besuchen.

    Alternative: Man zeigt dem DNS Server, woher er eine Liste der "Schwarzen Schafe" her bekommt. Dadurch hat man die potenziell gefährlichen Seiten zwar nicht markiert, aber komplett blockiert.

    Wenn man jetzt solche Seiten besucht, wird man darauf hingewiesen, dass diese Seite gesperrt ist und das ausführen verhindert.

  3. Schutz bei Facebook

    Also ich musste schon Schmunzeln als ich es las.

    Was soll das sein? Werden mir da gefährliche Inhalte raus gefiltert? Die Werbung? Warum nur Facebook? Warum nicht YouTube oder Google+ oder Twitter?

    Wenn jemand weiß, wie das genau funktioniert, bzw. was das ist, postet es bitte unten in die Kommentare. Ich würde es gerne erfahren 😃

    Naja die einfachste Alternative wäre wohl Facebook im DNS zu verbieten.

    Gefährliche Webseiten sind ja bereits im DNS gefiltert, somit sind alle unbekannten Links sicher, bis man etwas anderes behauptet (und die Jungs sind sehr schnell damit)

  4. Passwort Manager

    Toll!

    Ich verwende KeePass.

    Wie man Passwörter generiert und diese auch noch merken kann, habe ich in diesem Artikel beschrieben. Ich gehe da auch auf die Vorteile von KeePass ein und wie man seine Passwortdatenbank zusätzlich absichert.

  5. WLAN-Schutz

    Eine gute Verschlüsselung, ein sicheres Passwort. Mehr braucht man für ein WLAN-Schutz nicht.

    Was möchte man den an einem WLAN schützen?

    Der beste Schutz ist immer noch, wenn keiner sein eigenes Netz betreten darf. Dies kann man auch mit einem MAC Filter unterbinden. So sagt man im Vorfeld explizit, welche Geräte ins Netzwerk dürfen und welche nicht.

    Gepaart mit einem sicheren Passwort, ist diese Hürde fast unüberwindbar.

  6. Kinderschutz

    "Ja, meine Kinder sollen geschützt werden." Das denke viele Eltern. Doch was bringt ein Virenschutz für Kinder?

    In erster Linie fängt der Kinderschutz bereits in der Erziehung an. Wenn ein Kind nach Gewaltvideos oder nach den Videos mit nackten Menschen, die "liebe" machen suchen möchte, dann werden die Kinder es auch machen.

    Wenn nicht Zuhause, dann bei Freunden (wo es funktioniert) oder in der Schule, Bücherei oder sonst wo.

    Wie man seine Kinder optimal "schützt", werde ich noch in einem späteren Artikel detaillierter beschreiben, da ich dieses Thema nicht verharmlosen will und auch nicht möchte.

    Ganz kurz: Kinder dürfen nur Seiten besuchen, die auch für Kinder gemacht wurden. Facebook, YouTube etc. gehören nicht in dieses Konzept.

  7. E-Mail Werbefilter

    Nennt man auch SPAM Filter. Kann sogar mein Thunderbird in der Basisausstattung. Mehr gibt es dazu nicht zu sagen.

  8. Firewall

    Kling gut. Überall wird davon geschrieben, dass eine Firewall wichtig sei. Im Prinzip ist es auch richtig und auch wichtig. Aber wie ist diese Firewall konfiguriert? Für den Endanwender soll dies nicht wichtig sein. Es wird nur gesagt, es gibt eine.

    Eine Firewall kann man sich per IPTABLES auf seinem Router konfigurieren. So hat man auch die volle Kontrolle darüber, was rein und was raus darf.

  9. Rettungs-CD für Notfall-Starts des Cumputers

    Schon ein mal was von einer LiveCD gehört? Die kann ich mir aus dem Internet herunterladen, brennen und dann kann ich den PC direkt starten ohne etwas installieren zu müssen.

    Für Rettungsaktionen gibt es eine eigens dafür konzipierte Distribution Namens: Redo.

  10. Treiber Updates

    Kaum zu glauben aber war. Ein Anbieter verspricht sogar deine Treiber auf dem neuesten Stand zu halten. Nicht nur das, es verspricht auch die Sicherheitslücken in einem Treiber zu schließen.

    So wie es für mich klingt, verändert die Software den Code eines anderes Programms. Es gibt noch eine Kategorie von Software, die genau so etwas machen: Viren.

  11. Weitere Schutzfunktionen

    Diese Liste nicht nicht komplett. Es gibt noch andere Schutzfunktionen. Die oben genannten sind nur eine Auswahl. Im Rahmen dieses Artikels, kann ich jedoch nicht auf alle Funktionalitäten eingehen, da diese sich auch von Hersteller zu Hersteller unterscheiden.

Welchen Virenscanner ich verwende?

Nun ja, das ist ganz einfach. *Trommelwirbel* Ich verwende keinen Virenscanner!

Jedenfalls nicht die "gängigen" und schon gar nicht zum Schutz meines Computers. Mein Computer ist schnell wieder zurückgesetzt. Selbst das Basissystem kann innerhalb kürzester Zeit neu aufgesetzt oder komplett ausgetauscht werden, doch meine Daten sind sicher.

Das einzige was ich verwende, ist ClamAV. Die Portable Version kann ich mir auf meinen USB Stick packen und bei einer Rettungsaktion eines Bekannten mal eben den ganzen PC scannen ohne etwas auf seinem System installieren zu müssen.

Zudem bietet ClamAV diverse Third Party Tools für den Basisschutz gängigen Server Anwendungen wie z.B. Sendmail (Versand von Emails), Postfix (Empfang von Emails), Samba (Netzwerkfreigaben) etc. pp. Diese installiere ich aber nur aus "Solidarität" zu Windows Benutzern. Es sollen nämlich keine Windows Viren meine Server verseuchen. Ein Linux Benutzer kann sowieso über Viren nur lachen 😃

Fazit

Antivirenprogramme sind Toll!

Sie bieten dir täglichen Schutz vor Viren, Würmern und Trojanern. Es werden viele Nützliche Features mitgebracht um das Surfen zu erleichtern. Blind sein und den Herstellern einfach vertrauen, sollte man jedoch nicht.

Selbst das beste Antivirenprogramm kann nicht alle Schädlinge finden und eliminieren. Es kann dir nur ein Basisschutz, eine Art "Impfung" geben. Im Endeffekt muss man immer noch selbst die Entscheidung treffen ob man den Link anklickt oder nicht.

Verwendet man nur ein Antivirenprogramm als Schutz, ist man damit nicht sicher, nur sicherer.

Wenn dir das gefallen hat, wirst du diese Artikel lieben!

Die neuesten Artikel, die du gelesen haben musst!

teilen

Noch mehr privux?

Verpasse keine spannende Beiträge & Tutorials mehr!

Jetzt kostenlosen Newsletter abonieren!

Jetzt newsletter abonieren