06. Juli 2015

7 Anzeichen für unseriöse Online Shops

Kennst du das?

Du hast ein vermeintliches Schnäppchen im Internet gefunden. Beispielsweise eine neue Hose für 40€, die woanders normalerweise 80€ kosten würde. Getrieben von dem Gefühl, es zu kaufen bevor es jemand anderes tut, klickst du auf den "Bestellen" Knopf.

Kurz danach bekommst du eine Email, in der du aufgefordert wirst die 40€ + Versandkosten zu überweisen, erst dann wird die Ware losgeschickt.

Die Ware kommt nie an, auf Emails wird nicht geantwortet und ein Anwalt lohnt sich nicht.

Was ist passiert und wie kann man so etwas vermeiden?

1. Allgemeines Layout

Nimm einfach die Hände von der Tastatur und schau dir einmal den Shop in Ruhe an. Wirkt die Gestaltung seriös? Ist der Shop mit Werbung zugepflastert? Hat der Händler eine "komische" Bezeichnung der Rechtsform?

Schau auch einmal in das Impressum. Es sollte lückenlos sein und folgende Angaben beinhalten:

  • Ist es überhaupt vorhanden? (KO Kriterium)
  • Rechtsformzusatz
  • Vertretungsberechtigter
  • Kontaktinformationen (Postfachadresse, Telefonnummer, Email)
  • Handelsregister- und Steuerangaben

2. Schlechte Reputation

Auf größeren Plattformen wie eBay und Amazon kannst du dir die Reputation des Verkäufers direkt anschauen. Bei Onlineshops reicht meistens ein Blick in Google. Was sagen andere Leute zum Verkäufer? Wenn vermehrt negative Äußerungen vorhanden sind, ist Vorsicht geboten.

3. Ungenaue Preis- & Versandangaben

Der Preis sollte transparent gekennzeichnet sein. Dies gilt sowohl für die Mehrwertsteuer als auch die Versandkosten. Die Versandkosten müssen spätestens im Warenkorb eindeutig gekennzeichnet werden.

Ähnlich ist es bei der Verfügbarkeit. Wird eine Lieferzeit von 2-3 Tagen angegeben, jedoch irgendwo im Kleingedruckten so etwas wie "Lieferzeiten unverbindlich" gilt Vorsicht geboten. Oder möchtest du, dass dein Weihnachtsgeschenk im Januar ankommt?

4. Zahlungsarten

Ein seriöser Verkäufer hat mehrere Kanäle an sein Geld zu kommen. In Idealfall sollten alle dieser Kanäle ausreichend abgesichert sein. Sollte es also in Richtung bezahlen und personenbezogene Daten gehen, immer auf die SSL Verschlüsselung im Browser achten.

Bezahlung per Vorkasse solltest du nur auswählen, wenn der Shop ein bestimmtes Zertifikat besitzt und es bei der Bezahlung ein Rabatt gibt. Lastschrift oder PayPal sind da schon besser, da man sich das Geld im Zweifel einfach zurückholen kann.

VORSICHT: Wenn die Forderung unbegründet ist, können weitere Gebühren auf dich zukommen oder sogar Vertragsstrafen. Daher solltest du dir das wirklich gut überlegen und den Verkäufer im Vorfeld kontaktieren und in Kenntnis setzen.

5. ... die Rechnung bitte!

Am sichersten ist es, wenn du den kompletten Einkauf auf Rechnung bestellst.

Der Vorteil liegt klar auf der Hand: Du gehst keine Verpflichtungen ein! Gefällt dir die Ware nicht, wird die einfach zurückgeschickt. Ein Frisör in der Türkei meinte mal zu mir: "Gefallen, bezahlen! Nicht gefallen, nicht bezahlen!".

Leider machen das nicht sehr viele Shops mit oder man benötigt selbst erst eine Reputation beim Händler. Beispielsweise erst nach der dritten Bestellung.

6. Unzulässiges Widerrufsrecht

Die gesetzliche Widerrufsfrist beträgt nach § 355 BGB 14 Tage und beginnt mit dem Vertragsabschluss.

Und jetzt kommt's. Der Verkäufer kann das Gesetzt höchstens zu seinen ungunsten modifizieren. Beispielsweise kann der Verkäufer die Widerrufsfrist auf 30 Tage erhöhen aber nicht auf 7 Tage verringern.

So ist es auch nicht gestattet nur ein Teil des Kaufpreises zurückzuzahlen wenn du die Ware geöffnet hast oder sogar in einer anderen Verpackung zurücksendest.

Kurze "Anekdote" hierzu. Ein Verkäufer bei Amazon wurde von mir wegen 20€ genau deswegen verklagt. Ich musste zwei mal den Versand (hin und zurück) bezahlen und dann hat der Verkäufer noch den Kaufpreis um 30% reduziert, weil es nicht mehr OVP war und er es angeblich nur noch als gebraucht verkaufen konnte. Ein hoch auf die Rechtsschutzversicherung 😃

Es gibt jedoch Ausnahmen. Sobald eine CD, DVD oder BluRay aus der Verpackung genommen wurde, muss der Verkäufer diese nicht mehr annehmen. Hat er es doch gemacht, so war er sehr kulant 😃

7. Fehlende Zertifikate

Beispiele für solche Zertifikate wären:

Hat der Shop eine dieser Zertifikate so ist es ein gutes Zeichen dafür, dass es sich um einen seriösen Anbieter handelt.

Lesenswert

Sehr interessant finde ich die Artikel aus dem trustedshops blog.
10 Anzeichen für unsichere Online-Shops
So erkennen Sie einen unseriösen Online-Händler
10 AGB-Klauseln zum Vergessen!

Das BSI schreibt dazu folgenden Artikel:
Worauf beim Online-Shopping zu achten ist

Und die Verbraucherzentrale Niedersachsen hat dazu den folgenden Flyer veröffentlicht:
Tipps zum sicheren Einkauf im Internet

Fazit

Online einzukaufen ist einfach nur bequem. Man kann in Ruhe "bummeln", Preise vergleichen und ganz unverbindlich bestellen. Meistens geht dabei auch alles glatt über die Bühne. Die Schwarzen Schaffe sind jedoch mit ein wenig Übung und einem gesunden Misstrauen sehr schnell entlarvt. Selbst wenn es sich um ein seriösen Händler handelt, im Zweifel einfach bei einem anderen Händler kaufen.

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