04. Juli 2016

Ubuntu 16.04 Xenial Xerus - Eine minimalistische Server Installation

Ubuntu 16.04 wurde am 21. April unter dem Codenamen Xenial Xerus veröffentlicht.

Als ich das erste mal diesen Codenamen gehört habe, habe dachte ich nur: "WTF? Was ist Xenial und was ist ein Xerus?".

Leo kannte auch keine Übersetzung und google liefert nur Ergebnisse über Ubuntu selbst, jedoch nicht zur Bedeutung.

Jedoch wäre ich nicht ich, wenn ich nicht doch noch eine Erklärung dazu gefunden hätte 😃

Xenial bedeutet soviel wie (gast)freundlich, insbesondere zu Fremden.

Xerus ist der wissenschaftliche Name des afrikanischen Borstenhörnchens.

Da Xenial Xerus wieder eine LTS Version ist, wird uns diese noch ein Weilchen begleiten.

Grundsätzlich setze ich die hier genannte Installationsroutine für alle Ubuntu Server ein, die ich aufsetze.

Installationsvorbereitung

Bevor du Ubuntu installieren kannst, musst du es zunächst von der offiziellen Quelle herunterladen:

http://releases.ubuntu.com/xenial/

Auf dieser Seite kannst du wie immer je nach verwendeter CPU entweder die ubuntu-16.04-server-amd64.iso für 64-bit Systeme (sollte mittlerweile fast schon Standard sein) oder die ubuntu-16.04-server-i386.iso für 32-bit Systeme herunterladen.

Anschließend nur noch auf CD Brennen oder auch auf einem USB Stick installieren.

Installationsroutine von Xenial Xerus

Beim ersten booten von der CD, zeigt sich das Eichhörnchen in einem bekannten Stil.

Per "Install Ubuntu Server" kommt du direkt zur nächsten Maske.

Lokalisierung und Internationalisierung

Als erstes wird die Betriebssystemsprache und das Tastaturlayout eingestellt.

Da ich eine einheitliche Sprache mag und auch Software gerne in der Ursprungssprache verwende, wähle ich immer Englisch als Systemsprache aus:

Der Installer möchte anschließend gerne dein Heimatland kennen.

In Deutschland wird leider nicht standardmäßig Englisch gesprochen. Deswegen taucht Deutschland auch nicht in dieser Liste auf. Stattdessen wählst du hier "other" aus:

In diesem Dialog erscheinen alle Kontinente. Hier wählst du natürlich "Europe" aus:

Unter G, findest du dann Germany:

Da wir eine ungewöhnliche Kombination ausgewählt haben, möchte das Eichhörnchen wissen, welche Standard Kultureinstellungen verwendet werden soll. Das sind z.B. die Einstellungen für das Datumsformat oder auch Zahlenformat.

Anschließend wird das Tastaturlayout eingestellt.

Es wird vorgeschlagen die Tastatur automatisch zu erkennen.

Da ich in der Vergangenheit Probleme mit der automatischen Erkennung hatte und es doch lieber manuell mache, wähle ich hier "No" aus:

In der nächsten Auflistung kannst du das Tastaturlayouts wählen. Also "German":

Standard Netzwerkeinstellungen

Der Installer initialisiert jetzt die Netzwerkeinstellungen. Dabei wird unter anderem das Netzwerk nach einem DHCP Server durchsucht und automatisch eine IP Adresse vergeben.

Das einzige, was du in diesem abschnitt konfigurieren kannst, ist der Name des Rechners.

Hier kannst du ruhig kreativ sein 😃

Standardbenutzer anlegen

Neben dem root, wird auch ein Standardbenutzer angelegt. Hier kannst du dein Vor- und Nachnamen eingeben:

Und dann den Benutzernamen des Benutzers.

Standardmäßig wird dir dein Vorname vorgeschlagen.

Der Benutzer benötigt dann noch ein Passwort.

Hinweis: Das gewählte Passwort ist gleichzeitig das Passwort für den root. Hat man zugang zu diesem Passwort, kann man also auf dem System so ziemlich alles anstellen was man möchte. Verwende also bitte ein sicheres Passwort!

Soll das /home Verzeichnis verschlüsselt werden?

Da bin ich immer geteilter Meinung. Bei einem Desktop Rechner würde ich es ja noch nachvollziehen können.

Bei den meisten Servern finde ich es jedoch etwas nutzlos.

Die meisten Daten befinden sich außerhalb des /home Verzeichnisses und sind dann nicht durch die Verschlüsselung geschützt.

Ferner wird der Bootvorgang etwas langsamer und verlangt auch ein Passwort. Wer nicht darauf verzichten mag, kannst es ruhig machen. Ich brauche es jedoch nicht.

Zuletzt wird noch die Zeitzone festgelegt. Diese sollte natürlich korrekt sein. Es macht echt kein Sinn eine falsche Uhrzeit eingestellt zu haben und bringt später mehr Ärger als Nutzen 😃

Partitionierung der Festplatte

Egal was man bei der Partitionierung macht, man macht es falsch!

Es gibt nämlich Menschen, die daraus eine ganze Wissenschaft machen. So haben es sich im Laufe der Zeit mehrere Lager etabliert.

Das eine Lager haut einfach alles auf eine Partition. Das andere separiert alles penibelst genau und plant jede einzelne Partition genau durch.

Und was mache ich?

Da ich es sowieso falsch mache, mache ich es mir einfach und packe alles auf eine Partition.

Ganz einfach aus folgenden Gründen:

  1. Es geht einfacher und schneller.
  2. Ich muss mir im Vorfeld keine Gedanken darüber machen welche Partition mal wie viel Platz verwenden könnte.
  3. Ich muss mich später nicht ärgern wenn eine Partition voll ist und keine Daten mehr gespeichert werden können während eine andere Partition noch fast komplett leer ist.

Jetzt kannst du die Festplatte für die Installation auswählen.

Wenn hier jedoch noch Daten vorhanden sind, sind diese anschließend weg.

Im Zweifel vorher überprüfen ob die Festplatte also auch wirklich leer ist. Erspart später größeren Ärger 😃

Ja, schreibe mir die Änderungen in den LVM (Logical Volume Manager)

Ja, Verwende die komplette Festplatte für die Partitionierung

Ja, dein Vorschlag ist super. Setze es genau so um und installiere das System!

Geht doch 😃

Paket Manager

Sollte im Netzwerk ein Proxy-Server vorhanden sein, kannst du diesen hier konfigurieren. Andernfalls einfach mit "Enter" zur nächsten Maske wechseln.

Nein, ich möchte meine Updates nicht automatisch installieren. Schließlich könnte ja auf einmal Software eingespielt werden, die mit der bestehenden Lösung nicht mehr funktioniert.

Viel lieber habe ich da meine monatlichen Serverwartungen. Hier aktualisiere ich alle meine Server und überprüfe auch die aktuellen Statuus der laufenden Dienste inkl. Server Logs.

Nach der Installation möchte ich mich direkt von meinem Arbeitsplatz per SSH auf den Server aufschalten können. Aus diesem Grund wähle ich hier nur den "OpenSSH Server" aus:

Und schon wird die komplette Software installiert

Abschluss der Installation

So, jetzt noch den GRUB loader in den MBR installieren

Und fertig sind wir mit der Sache:

Diese Aktionen solltest du direkt nach der Installation durchführen

Zwar ist der Installer komplett durchgelaufen, jedoch sind wir trotzdem noch nicht so ganz fertig.

Ubuntu auf den neuesten Stand bringen

Je später man das Betriebssystem installiert, desto mehr Updates sind mittlerweile veröffentlicht worden.

Deswegen sollte ein frisches System immer auf den neuesten Stand gebracht werden. Dies geschieht mit den folgenden beiden Befehlen:

$ apt-get update
$ apt-get dist-upgrade

Netzwerk konfigurieren

Wenn im Netzwerk ein DHCP Server vorhanden ist (ist in allen modernen Routern integriert), dann wird unserem neuen Server eine dynamische IP vergeben.

Für ein Server ist das natürlich ziemlich ungünstig. Deswegen bekommt das System eine feste IP.

$ nano /etc/network/interfaces

Diese Datei wird dann wie folgt angepasst:

# The loopback network interface
auto lo
iface lo inet loopback
# The primary network interface
auto eth0
iface eth0 inet static
   address 172.26.42.1
   netmask 255.255.240.0
   gateway 172.26.47.253
   dns-nameservers 8.8.8.8 8.8.4.4

Die aktuelle Schnittstelle wird dann mit dem folgenden Befehl neu gestartet:

$ /etc/init.d/networking restart

Systemuhr synchronisieren

Damit die Uhrzeit immer auf dem aktuellen Stand ist, wird der NTP Deamon installiert:

$ apt-get install ntp ntpdate

Thats all folks

Genauso wie auch die Vorgänger, ist Ubuntu 16.04 Xenial Xerus in der Server Ausführung sehr schnell installiert und einsatzbereit.

Nach der Installation hat man auf jeden Fall ein solides System für alle möglichen Einsatzzwecke.

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