05. März 2015

Schritt für Schritt Installation von Ubuntu 14.04 LTS Trusty Tahr Server

Wie bereits aus den älteren Versionen gewohnt, lässt sich Ubuntu Trusty Tahr in der Version 14.04 LTS sehr einfach und sehr schnell installieren. Ich habe mal kurz die einzelnen Schritte zusammengefasst und erkläre welche Einstellungen man für die Installation berücksichtigen sollte.

Diese Installation dienst als Basis für jeden Ubuntu Server, der von mir aufgesetzt wird.

Vor der Installation

Zunächst lädst du dir von der offiziellen Seite das ISO runter und brennst es dir auf eine CD:
http://releases.ubuntu.com/trusty/

Je nach deiner Architektur kannst du entweder die die ubuntu-14.04.2-server-amd64.iso für 64bit Systeme der die ubuntu-14.04.2-server-i386.iso für 32bit Systeme runterladen.

Da viele Pakete und auch die Installations-CD aus dem Internet heruntergeladen werden, ist eine schnelle Internet Verbindung von Vorteil.

Wie du das Trusty Tahr installierst

Nach dem einlegen der Installations-CD erscheint dann Ubuntu im typischen violetten folgenden Design von Ubuntu. Du kannst direkt die erste Option "Install Ubuntu Server" auswählen.

Als Sprache wähle ich Englisch. Ist eine Geschmackssache, jedoch mag ich ein misch masch aus Deutsch und Englisch nicht so wirklich. Man kann hier jedoch eine beliebige andere Sprache wählen. Die ganzen Steuerelemente sind in allen Sprachen alle gleich angeordnet und werden sich nur noch durch die Beschriftung im weiteren Verlauf der Installation unterscheiden.

Nachdem du die Sprache ausgewählt hast, musst du noch das Land auswählen. Hier werde ich jedoch Deutschland wählen. Standardmäßig taucht Deutschland nicht in der angebotenen Liste auf (in Deutschland wird ja auch nicht Standardmäßig Englisch gesprochen). Das kann man dann über den Menüpunkt "other" jedoch ändern. Hat man zuvor "German" ausgewählt, entfällt dieser Schritt.

Unter Europe wirst du dann auch auf Germany finden.


Wenn du eine ungewöhnliche Kombination aus Sprache und Land ausgewählt wurde, wird der Installer sagen, dass es dazu keine passende Ortseinstellung gibt. Dann musst du in diesem Schritt ein Land auswählen, auf dem diese Einstellungen basieren sollen. Ich wähle hier en_US.UTF-8:


Da ich doch ein Deutsches Tastaturlayout verwende, stelle ich im nächsten Schritt das Layout auf Deutsch ein. Man kann es entweder selber bestimmen lassen oder auch manuell angeben. Die manuelle Methode hat sich jedoch als die praktikabelste erwiesen


Anschließend wird das Netzwerk eingerichtet. Wird ein DHCP Server im Netzwerk gefunden, so wird auf Basis dieses Servers die Netzwerkeinstellungen konfiguriert.

Nach einer kurzen Wartezeit, muss man sich für ein Namen für den Server entscheiden:

Anschließend wird ein neuer Benutzer angelegt (root und admin sind reservierte Namen und können nicht verwendet werden). Dazu gibt man sein vollen Namen ein und im nächsten Schritt den Benutzernamen. Ubuntu schlägt dir direkt ein Benutzernamen vor, der auf deinem Vornamen basiert.


Dann noch zwei mal das Passwort eingeben und der Standardbenutzer ist angelegt:


Im nächsten Schritt, wirst du gefragt, ob du das Home Verzeichnis verschlüsseln möchtest. Eigentlich eine Prima Sache. Hat jedoch den Nachteil, das du bei jedem reboot die Festplatte entschlüsseln musst und auch der boot Vorgang etwas länger dauert. Ein Server hat normalerweise keine Daten im home Verzeichnis. Meine Standard Einstellung in diesem Fall ist in diesem Schritt immer No

Die Festlegung der Zeitzone ist sehr wichtig, da es mittelbar alle Zeiten beeinflusst. Ist die Zeit nicht korrekt eingestellt, macht es z.B. die Auswertung von Logs sehr schwierig. Auch die Emails sind dann ggf. mit einem anderen Daten versehen.

Im nächsten Schritt wird die Festplatte partitioniert. Der Einfachheitshalber wähle ich "Guided - use entire disk and set up LVM". Das wird dann zwei Partitionen erstellen, eine für das Dateisystem und eine Swap Partition. Man kann auch die Festplatte anders partitionieren wenn man möchte. Wenn man weiß was man tut, kann man auch Manual verwenden. Es mag Geschmackssache sein, aber meine Daten landen sowieso alle auf einer Partition. Man könnte aber z.B. eine extra Partition für das /srv bzw. /var Verzeichnis anlegen um alle Daten auf einer separaten Partition zu haben. Meistens ist dies jedoch nicht erforderlich.

Hast du mehrere Festplatten verbaut, wirst du an dieser Stelle gefragt, welche Festplatte du für die Installation verwenden möchtest. Bei einer Festplatte ist die Wahl denke ich mal klar 😃

Die nächsten Schritte kann man ruhig mit Yes abnicken:



Anschließend werden die Partitionen erstellt, formatiert und das Basissystem installiert:

Als nächstes wird die Paketverwaltung apt konfiguriert. Verwendet man ein Proxy, muss dieser hier eingetragen werden. Andernfalls bleibt diese Zeile leer

Da ich meine Updates bei Bedarf selbst einspielen möchte und dadurch mehr Kontrolle habe, wähle ich im nächsten Schritt No automatic updates:

Kleine Anmerkung dazu: Automatische Updates sind eigentlich eine feine Sache. Haben jedoch ein Nachteil. Hat man sein System konfiguriert und es läuft stabil, kann ein Update auf einmal die komplette Konfiguration ändern oder diverse Sicherheitslücken einbringen. Man sollte seine Updates mit bedacht Installieren. Ein negativ Beispiel ist hier php. Wenn du ein Script für php5.3 geschrieben hat, kann es dir sehr schnell passieren, dass es unter php5.6 auf einmal nicht mehr läuft. Mit anderen Worten: Dein Dienst läuft von heute auf morgen nicht mehr und du wunderst dich warum.

Im nächsten Schritt können noch die am häufig verwendeten Dienste vorinstalliert werden. Um eine bessere Kontrolle zu haben, was genau installiert wird, kreuze ich hier eigentlich bis auf OpenSSH nie etwas an: Die anderen Server, können ja immer noch im Nachhinein installiert werden.

Dann geht die Installation auch schon weiter:

Bei der Frage, ob GRUB in den master boot record (MBR) installiert werden soll, wähle ich Yes. Eine andere Einstellung macht für irgendwie kein Sinn, da ohne boot loader das System nicht starten kann. Wenn ich mich nicht irre, weigert sich der Installer auch weiterzumachen wenn du hier No auswählst.

Joa. Und im Grunde genommen war es das auch schon. Das System ist frisch installiert und ist einsatzbereit. Einmal neu starten und schon läuft es 😃

Was du nach der Installation noch durchführen solltest

Direkt nach der Installation sollte man noch auf jedem System den ein oder anderen Schritt ausführen, den der Installer nicht ausführt. Einige dieser Schritte sind essenziell wichtig für die Benutzung. Da die Installation jedoch ziemlich sauber gearbeitet hat, benötigt man zum Glück nicht so viele Schritte 😃

root Rechte besorgen

Um Pakete installieren zu können, muss man jedem Befehl sudo voranstellen oder man beschafft sich per

sudo su

root Rechte für alle weiteren arbeiten.

Kleine Anmerkung am Rande: Unter debian (da gehört auch ubuntu rein) Systemen ist es eigentlich nicht üblich als root unterwegs zu sein. Eigentlich stellt man jedem einzelnen Befehl ein sudo voran. Jedoch ist es mir irgendwie auf dauer etwas umständlich vor jedem Befehl sudo davor zu schreiben, deswegen logge ich mich gerne mal als root ein. Nachdem ich alles konfiguriert und installiert habe, logge ich mich dann natürlich wieder aus. Wenn du jedoch nur mal eben eine Datei editieren möchtest, brauchst du dich dafür auch nicht als root anzumelden, sondern kannst das auch per sudo erledigen.

System aktualisieren

Es kann sehr gut passieren, dass das System bereits etwas älter ist und einige Neuerungen herausgebracht wurden. Aus diesem Grund, sollte man nach der Installation das System einmal auffrischen. Dies geschieht mit den folgenden Befehlen:

apt-get update
apt-get upgrade

SSH Server installieren (optional)

Wenn man während der Systeminstallation den SSH Server nicht installiert hat, kann man das ganz einfach nachholen:

apt-get install ssh openssh-server

Anschließend kann man sich per mit einem SSH Client wie z.B. PuTTY von seiner Windows PC anmelden und alle weiteren Arbeiten erledigen

Das Netzwerk konfigurieren

Während der Installation wurde das System mittels DHCP konfiguriert. Eine dynamische IP Adresse ist für ein Server jedoch denkbar ungeeignet. Deswegen verpassen wir unserem Server noch eine statische IP Adresse. Dies sollte für jeden einzelnen Server individuell geschehen und auf die eigene Infrastruktur angepasst werden.

nano /etc/network/interfaces
# The loopback network interface
auto lo
iface lo inet loopback

# The primary network interface
auto eth0
iface eth0 inet static
   address 172.20.160.2
   netmask 255.255.240.0
   network 172.20.160.0
   broadcast 172.20.175.255
   gateway 172.20.160.1
   dns-nameservers 8.8.8.8 8.8.4.4

Die DNS-Server mit den IPs 8.8.8.8 und 8.8.4.4 sind die nameserver von google und daher ziemlich verlässlich. Hat man kein eigenen DNS Server, kann man ruhig diese beiden Burschen verwenden.

Mit den Befehlen

ifdown eth0
ifup eth0

startet man das eth0 interface neu.
Es scheint so, als ob der Befehl restart networking nicht mehr so richtig funktionieren will.

Die hosts Datei habe ich anschließend wie folgt editiert:

nano /etc/hosts
127.0.0.1    localhost
127.0.0.1    server1.localdomain.loc server1
172.20.160.2 server1.localdomain.loc server1

# The following lines are desirable for IPv6 capable hosts
::1 localhost ip6-localhost ip6-loopback
ff02::1 ip6-allnodes
ff02::2 ip6-allrouters

Jetzt muss man noch den Namen des Servers ein wenig abändern:

echo server1.localdomain.loc > /etc/hostname

Die beiden Befehlen

hostname
hostname -f

müssen nun beide

server1.localdomain.loc

ausgeben.

Die Systemuhr synchronisieren

Die Systemuhr wir per NTP Server über das Internet synchronisiert, daher installieren wir den ntp deamon:

apt-get install ntp ntpdate

Thats all folks

Jetzt sind wir aber wirklich fertig mit der Installation 😃 Alles in einem hat man das Basissystem in unter einer halben Stunde installiert und kann anschließend für weitere Konfigurationen verwendet werden.

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