01. April 2015

Raspberry PI richtig Installieren - So einfach geht's

Bestellt man sich ein Raspberry PI bei einem Händler, bekommt man eine komplett nackte Platine ohne jegliches Zubehör. Es ist weder ein Gehäuse, noch ein Stromkabel oder Speichermedium dabei. Einfach nichts. Es muss alles zusätzlich gekauft und installiert werden. Das ist aber auch gut so. Durch die Vielfalt an Möglichkeiten, die ein Raspberry PI bietet, benötigt man einfach unterschiedliches Zubehör.

Das Betriebssystem für ein Raspberry ist Raspbian. Raspbian ist ein Debian Wheezy, der extra für den Raspberry PI zugeschnitten wurde.

Wahlweise kann man sich auch das Paket NOOBS installieren. NOOBS steht nicht wie man denken könnte, für die Plural Form der Geek Schreibweise von Newbie (Anfänger), sondern für "[N]ew [O]ut [O]f the [B]ox [S]oftware" und beinhaltet sowohl Raspbian, als auch die anderen Raspberry Betriebssysteme, wie z.B. den beliebten "OpenELEC". Der Vorteil bei NOOBS ist, das du dein PI jederzeit zurücksetzen kannst.

Wie man Raspbian auf der SD Karte installiert

Auf den ersten Blick etwas ungewöhnlich ist die Installation. Man benötigt ein zweiten Rechner dafür. Es ist also nicht so wie bei einer Linux oder Windows Installation bei der du eine CD einlegst und dann von der CD Installiert.

Das Image von Raspbian kann man sich auf der folgenden Seite runterladen:

https://www.raspberrypi.org/downloads/

Exemplarisch möchte ich einmal die Installation auf einem Windows System zeigen. Solltest du Linux oder MacOS benutzen, kannst du auf der Seite von RaspberryPI nachlesen, wie du es installieren kannst:

https://www.raspberrypi.org/documentation/installation/installing-images/README.md

Lade dir dazu auf SourceForge das Tool "Win32 Disk Imager" herunterladen.

Anschließend nimmst du deine (Micro)SD Karte und legst diese in den SD Kartenlesegerät ein. Solltest du kein SD Kartenlesegerät haben, kann ich dir diesen hier empfehlen

Transcend Kartenlesegerät

Externer Kartenleser für MicroSD und SD Karten. Unterstützt Natürlich auch USB3.0

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Bitte unbedingt vorher überprüfen welchen Laufwerkbuchstaben (bei mir z.B. H:) die SD Karte hat und ob sich irgendwelche Daten auf der Karte befinden. Nach der Installation werden nämlich alle Daten gelöscht.

Nachdem du den Disk Imager und das Raspbian Image heruntergeladen und entpackt hast, starte den Disk Imager als Administrator.

Klicke auf das blaue Icon neben dem Eingabefeld und selektiere das Raspbian Image. Vergewissere dich ob auch wirklich das richtige Laufwerk vorausgewählt wurde.

Klicke auf "Write" und bestätige den nächsten Dialog mit "Yes".

Nach einer kleinen Weile kannst du dann die frisch erstellte SD Karte mit Raspian in den Raspberry einlegen und einschalten.

Wie du dich auf dein Raspberry PI aufschaltest

Der Raspberry PI hat eine HDMI Schnittstelle. Damit kannst du ihn direkt an ein HDMI fähigen Monitor anschließen und auf dem PI direkt arbeiten. Dazu benötigst du aber auch noch eine separate Tastatur.

In der Praxis verbindet man sich per SSH auf den Raspberry. Dafür benötigst du erst die IP von deinem Raspberry.

Da gibt es zwei Möglichkeiten wie du die IP herausfindest. Eine einfache, und eine etwas umständlichere.

Die einfache ist, du loggst dich auf deinem Router ein und schaust nach welche IP Adresse per DHCP an den Client "raspberrypi" zugewiesen ist.

Alternativ kannst du ein Monitor an dein PI anschließen und dich einloggen. Anschließend listest du alle Netzwerkgeräte mit dem Befehl aus:

$ ifconfig

Die IP Adresse kannst du direkt an der Schnittstelle eth0 sehen.

Hast du einmal die IP kannst du dich per SSH Client, z.B. dem PuTTY auf den PI zugreifen. Die Zugangsdaten sind pi / raspberry

Diese Schritte du nach der Installation unbedingt machen

Der erste, obligatorische, Schritt sind die Befehle

$ apt-get update
$ apt-get upgrade

Raspberry Konfigurieren

Raspbian bringt ein rudimentäres Konfigurationsmenü mit:

$ raspi-config

Mit "1 Expand Filesystem" gibst du dem PI die komplette Kapazität der SD Karte. Da die Mädels von Raspbian nicht die Größe deiner SD Karte im vorfeld kennen können, wird initial nur die minimale Größe verwenden.

Im Bereich "4 Internationalisation Options" kannst du dein Raspbian auf Deutsch umstellen. Zwar lasse ich die Sprache in Ruhe, stelle aber das Tastaturlayout um. Ebenfalls solltest du die Zeitzone auf "Europe/Berlin" umstellen.

Der letzte Schritt ist "Overclocking". Zu beachten ist, dass sich die Lebenszeit deines PIs verkürzt wenn du übertaktest. Außerdem kann es zu Instabilitäten kommen. Ich wähle hier "Modest" oder "Medium" aus. Bisher bin ich damit ganz gut gefahren.

HINWEIS: Weder ich, noch der Hersteller, übernehmen Haftung für etwaige Schäden, die durch das Übertakten entstanden sind.

Jetzt kannst du dich bis zur Option "Finish" durchTABen. Dein PI wird jetzt neugestartet.

Standardbenutzer ändern

In der Standardausführung ist der Benutzername pi und das Passwort raspberry.

Nicht gerade sicher, oder?

Ein potenzieller Angreifer kann sich also ohne Probleme auf deinen Raspberry zugreifen und jede Menge Unfug anstellen.

Ein neuer Benutzer wird unter Linux mit dem folgenden Befehl angelegt:

$ adduser sergej # sergej ist exemplarisch und sollte natürlich angepasst werden

Dann wirst du noch nach dem Passwort und ein paar super wichtigen Infos wie z.B. den Vollständigen Namen gefragt.

Der neue Benutzer kann allerdings noch nicht den Befehl sudo benutzen. Dies ist jedoch für die meisten Arbeiten unerlässlich. Ändern kannst du das in folgender Konfigurationsdatei.

$ nano /etc/sudoes

In dieser Datei wird in der letzten Zeile der Benutzername pi durch den gerade angelegt Benutzer geändert:

#includedir /etc/sudoers.d
sergej ALL=(ALL) NOPASSWD: ALL

Nachdem das erledigt ist, solltest du noch den Benutzer pi löschen.

Allerdings laufen da noch ein paar Prozesse, die vorher entweder beendet werden müssen oder der PI neu gebootet werden.

Der Benutzer wird mit diesem Befehl gelöscht:

$ userdel pi

Zuletzt ein wird das home-Verzeichnis vom Benutzer pi gelöscht.

Sollte es sich bei dir nicht um eine frische Installation handeln, musst du vorher alle Dateien in das home-Verzeichnis deines neuen Benutzers kopieren und entsprechend die Rechte vergeben:

$ cp -R /home/pi/* /home/sergej
$ chown -R sergej /home/sergej

Hostnamen ändern

Mein PI soll nicht unter dem nichtssagenden Namen raspberrypi, sondern unter dem coolen Codenamen Jupiter erreichbar sein.

$ hostname jupiter
$ echo jupiter >> /etc/hostname

Task Manager (optional)

Wer sich ein einfachen Monitoring mit ins Boot holen möchte, der ähnlich wie der Windows Task Manager funktioniert, kann sich mal die Linux Dash anschauen. Installiert wird das Leichtgewicht mit den folgenden Befehlen.

$ apt-get install apache2 php5
$ cd /tmp
$ wget https://github.com/afaqurk/linux-dash/archive/1.0.zip
$ unzip 1.0.zip
$ mv linux-dash-1.0/* /var/www
$ rm -rf linux-dash-1.0
$ rm 1.0.zip
$ chmod 775 -R /var/www

Wenn du jetzt in deinem Browser die IP deines PIs eingibst, sieht du die aktuelle Auslastung, die aktiven Prozesse etc. pp. in einer Übersicht zusammengefasst.

Fazit

Diese Installation geht eigentlich relativ schnell von statten und dient uns dann als Basis für den Router. Kann aber auch für andere Projekte verwendet werden.

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